Leo König: Warum ich nicht beim Giro teilnehmen kann

Interviews | 26.04.2012

Leopold König war einer der Hoffnungsträger für den Giro d'Italia, nun kann er aufgrund von schwerwiegenden Rückenproblemen nicht bei seiner ersten Grand Tour antreten. Im Interview erläutert er die Hintergründe.


Seit wann leidest du unter den Rückenproblemen? 
Schon seit längerer Zeit. Zum ersten Mal habe ich die Schmerzen letztes Jahr bei der Tour of Britain gespürt. 

Wodurch genau werden die Rückenschmerzen hervorgerufen? 
Es wurde ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert, was im normalen Leben kein größeres Problem darstellt, aber eben für einen Profisportler. 

Wodurch wurde der Banscheibenvorfall hervorgerufen? 
Ich weiß es nicht genau. Es war wahrscheinlich ein längerer Prozess, indem ich eine anhaltende falsche Haltung auf dem Rad hatte und eine eher schwache Rücken- und Bauchmuskulatur.

Was wird jetzt dagegen unternommen? 
Ich habe schon mit vielen Spezialisten gesprochen und es gibt mehrere Möglichkeiten den Bandscheibenvorfall zu behandeln. Z.B. ein spezielles Training für den Rücken und die Bauchmuskeln, Muskelentspannungsübungen, Physiotherapie etc. 

Du bist im Aufgebot für Eschborn Frankfurt. Ist es so, dass du ein Eintagesrennen gut bestreiten kannst, bei einem dreiwöchigen Rennen aber Probleme bekommen würdest? 
Das stimmt. Der Schmerz belastet einen physisch und auch psychisch, ein mehrtägiges Rennen ist einfach nicht möglich. Ich habe es letzte Woche beim Giro del Trentino noch mal getestet, um ganz sicher zu sein, dass ich wirklich nicht beim Giro starten kann und nun habe ich leider Gewissheit. 

Wie kommst du damit zurecht, dass du nicht beim Giro starten kannst? 
Ich muss nach vorne schauen, aber natürlich wäre es eine tolle Chance gewesen, mein Können zu zeigen. Aber die Dinge laufen manchmal nicht so, wie man sich das vorstellt, und damit muss man zurechtkommen. Ich erhalte sehr große Unterstützung von meinem Team und ich weiß es sehr zu schätzen, dass sie meine Entscheidung nicht zum Giro zu fahren akzeptieren. Gemeinsam werden wir nun unser bestes geben um mich in den nächsten Monaten wieder auf das Rad zu bekommen.

Wann wirst du wieder bei einem Rennen starten können? 
Das hängt noch davon ab, für welche Behandlungsmethode ich mich entscheiden werde. Wie schon gesagt werde ich in Frankfurt fahren, danach werde ich im Krankenhaus noch einmal genauestens untersucht und daraufhin wird dann die Behandlungsmethode entschieden. 

Was glaubst du, was dein Team beim Giro erreichen kann – auch ohne dich?
Ich glaube an die Stärke des Teams. Wir haben schon bewiesen, dass wir bei hochklassigen Rennen mithalten können und ich bin schon gespannt auf die Zeitfahren. Wir haben das Mannschaftszeitfahren bei der Settimana Coppi e Bartali gewonnen und beim Giro del Trentino hatten wir einfach nur Pech, dass wir nicht auf dem Podium gelandet sind. In der Gesamtwertung würde ich auf Bartosz Huzarski zählen und bei den Zeitfahren auf Jan.